Berufliche Weiterbildung: Fragen & Antworten

Eine berufliche Weiterbildung bedeutet Neues zu Lernen und hält Sie geistig fit. Die geförderte berufliche Weiterbildung für Arbeitsuchende und Arbeitslose ist ein wichtiger Baustein, um Menschen wieder attraktiver für den Arbeitsmarkt zu machen. Weiterbildung ist eine Investition, die sich langfristig lohnt. Spätestens jetzt ergeben sich aber zahlreiche Fragen: Wann? Was? Wie? Wo?

Berufliche Weiterbildung - Fragen und Antworten
Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung. John F. Kennedy

Wildner Akademie – Ihr kompetenter Partner für die Weiterbildung Ihrer digitalen Skills

Warum die berufliche Weiterbildung wichtig ist

Die Anforderungen im Job ändern sich fortlaufend. Neue Themen entstehen. Längst haben wir nach Ausbildung oder Studium nicht mehr ausgelernt. Die Digitalisierung erhöht die Komplexität der Aufgaben. Am Ball bleiben ist wichtig. Die Bedeutung von beruflicher Weiterbildung ist offensichtlich.

Demographie, Strukturwandel und Entwicklungen im Kontext Arbeiten 4.0 führen zu einer Transformation der Arbeitswelt, die die Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten verändern und erhebliche qualifikatorische Anpassungen notwendig machen.

Agentur für Arbeit – Fachliche Weisungen Förderung der beruflichen Weiterbildung

Adult Education Survey (AES) – Motive für eine Weiterbildung

  1. Berufliche Fähigkeiten besser ausüben
  2. Im Alltag nutzbare Kenntnisse/Fähigkeiten erwerben
  3. Wissen/Fähigkeiten zu einem interessierenden Thema erweitern
  4. Berufliche Chancen verbessern

Wann ist eine berufliche Weiterbildung sinnvoll?

„Training on the Job“ ist nicht immer möglich. Laufende Aufgaben und Termine erschweren die Beschäftigung mit neuen Themen. Eine Auszeit ist ideal, um sich neu zu orientieren und neue Skills zu erlernen. Eine Weiterbildung während einer Arbeitslosigkeit ist eine wertvolle Überbrückung. So nutzen Sie diese Zeit effizient. Mit einer Weiterbildung eröffnen sich neue Perspektiven.

Welche Weiterbildung ist sinnvoll?

Eine Weiterbildung soll neue Chancen eröffnen. Anders als eine Umschulung verlassen Sie nicht ihr Berufsfeld, sondern erwerben mit einer Weiterbildung idealerweise neues Wissen, um am Arbeitsmarkt zu punkten. Eine berufliche Weiterbildung soll Ihre Vermittlungschancen deutlich verbessern. Eine berufliche Weiterbildung ermöglicht vorhandene Kenntnisse den technischen und digitalen Entwicklungen anzupassen und berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu erhalten und zu erweitern.

Welche Weiterbildung hat Zukunft?

Zukunft bedeutet, dass Sie Wissen erwerben, welches am Markt gebraucht wird und idealerweise nicht schon bald wieder überholt ist. Es geht nicht immer um den „letzten Schrei“, sondern eher um Techniken, Technologien oder Fertigkeiten, die für Unternehmen relevant sind, um zu wachsen.

Die Bedeutung von Weiterbildungen steigt und der War for Talents wird sich verschärfen (…) Im Jahr 2025 gehört Weiterbildung ganz selbstverständlich zu einem modernen Lebensstil dazu.

Weiterbildung 2025 – Eine Studie der Bitkom Akademie & HRpepper Management Consultants

Weiterbildung: Was ist gefragt?

Bei der Suche nach den relevanten Themen eignen sich in erster Linie aktuelle Stellenausschreibungen. Hier sollten Sie die Angebote durchleuchten und notieren, welche Skills häufig nachgefragt werden und zu Ihrem persönlichen Profil passen. Hierbei kommt der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes eine hohe Bedeutung zu.

Berufliche Medienkompetenz ist eine Grundvoraussetzung für alle Beschäftigten im digitalen Arbeitsalltag.

Dr. Monika Hackel – BIBB

Welche berufliche Weiterbildung passt zu mir?

Der erste Schritt ist Selbstreflektion. Beobachten Sie sich selbst. (…) Was erwartet mich in meinem Job jetzt und in der Zukunft? Welche Skills fehlen mir komplett? Wo kann ich mich verbessern? Seien Sie dabei schonungslos ehrlich zu sich selbst.

Kurt Jeschke, Professor und Prorektor Corporate an der IUBH Internationalen Hochschule

Welche neuen Fähigkeiten würden Sie gerne erlernen?

  1. Fortgeschrittene IT und Programmierung
  2. Führung und Management Anderer
  3. Fortgeschrittene Kommunikation und Verhandlung
  4. Unternehmertum und Eigeninitiative
  5. Projektleitung – Projektmanagement
  6. Kreativität
  7. Fortgeschrittene Datenanalyse und Mathematik
  8. Kritisches Denken und Entscheidungsfindung
  9. Anpassungsfähigkeit und kontinuierliches Lernen
  10. Technologie Design und Engineering

Quelle: The State of Skills 2021

Wachstum der Nachfrage nach digitalen Kompetenzen

Burning Glass Technologies hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine Big Data-gestützte Analyse von Stellenanzeigen durchgeführt. Die Studie „Digitalization in the German Labor Market – Analyzing Demand for Digital Skills in Job Vacancies“ zeigt auf welche Kompetenzen Arbeitgeber zunehmend erwarten.

  • Computerprogrammierung
  • Online Kommunikationsmittel verwenden
  • Creative Suite Software benutzen
  • Skriptprogrammierung verwenden
  • Datenbankabfrage-Sprachen verwenden
  • Web Programmierung
  • Auszeichnungssprache (zum Beispiel HTML) verwenden
  • Adobe Photoshop

Die hier aufgeführten Kompetenzen können Sie an der Akademie der Wildner AG erwerben! Neben geförderten Weiterbildungen bieten wir auch berufsbegleitende Einzelseminare an.

Für 66 % zählen digitale Skills (z. B. Programmierung, Webdesign, digitale Typografie, UX- und UI-Design) zu denen mit der größten Nachfrage. (…) Eine große Mehrheit (75 %) hält es für das Beste, tief greifende Kenntnisse in einem Fachgebiet mit einer breiten Wissensbasis in anderen Bereichen zu kombinieren.

DER CREATIVE SKILLS REPORT 2021 von Adobe

Weiterbildung mit 50

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber profitieren von Ihrer Berufserfahrung, Ihrem Fachwissen und weiteren Kompetenzen. Unternehmen können auf die Generation 50plus längst nicht mehr verzichten. Auch wenn Sie schon älter sind, stehen Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gut. Die Zahl der „Silver Worker“ wird in Zukunft sicher weiter zunehmen. Lebens- und Berufserfahrung sind auf dem Arbeitsmarkt immer stärker gefragt. Ansonsten könnte sich der Mangel an Fachkräften verschärfen.

Wer trägt die Kosten einer Weiterbildung?

Es können ganz unterschiedliche Kostenträger infrage kommen. So können die Kosten der Weiterbildung in seltenen Fällen vom Arbeitgeber übernommen werden. Selbstverständlich können Sie die Weiterbildung selber bezahlen. Hier werden die Kosten etwas gedämpft, wenn Sie diese steuerlich absetzen.

Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten übernehmen. „Liegen die Voraussetzungen für eine Förderung vor, erhalten Sie einen Bildungsgutschein, mit dem Ihnen die Übernahme der Weiterbildungskosten zugesichert wird.“ Die berufliche Weiterbildung ist als Investitionen in Humankapital zu verstehen.

Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit

Im Merkblatt 6Förderung der beruflichen Weiterbildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer [PDF] werden alle wichtigen Informationen von der Agentur für Arbeit / vom Jobcenter bereitgestellt. Um von einer Förderung profitieren zu können, müssen Sie einige Dinge beachten:

Wer kann eine Weiterbildung machen?

Eine Förderung ist eine Kannleistung – Sie haben daher kein grundsätzliches Recht auf diese Leistung. Bei der Entscheidung, ob eine Förderung beruflicher Weiterbildung erfolgt, handelt es sich in der Regel um eine Ermessensentscheidung. Beachten Sie, dass im Vorfeld eine Beratung stattfinden sollte. Die Agentur für Arbeit / das Jobcenter muss in jedem Fall prüfen, ob eine Weiterbildung gefördert werden kann. „Zur Feststellung, ob Sie eine berufliche Weiterbildung benötigen, ist es unbedingt erforderlich, dass möglichst frühzeitig eine Beratung durch die Agentur für Arbeit / das Jobcenter erfolgt. Vereinbaren Sie dazu einen Termin mit Ihrer Agentur für Arbeit / Ihrem Jobcenter.“

Schlecht Karten haben Sie, wenn Sie Ihren vorherigen Job eigens gekündigt haben: „Zur Vermeidung von Nachteilen sollten Sie Ihr Arbeitsverhältnis wegen Aufnahme einer Weiterbildungsmaßnahme niemals einseitig beenden (kündigen).“

Der Bildungsgutschein

Ein Bildungsgutschein ist immer zeitlich befristet. Dieser Zeitraum wird als Gültigkeitsdauer auf dem Bildungsgutschein vermerkt. Beispiel: „16.01.2021 – 16.03.2021“ In diesem Zeitraum muss Ihre gewählte Weiterbildung starten, unabhängig von der eigentlichen Dauer Ihrer Weiterbildung! Sollte die Weiterbildung beispielsweise am 17.03.2021 starten, ist dieser Bildungsgutschein nicht einlösbar!

In der Zeile Weiterbildungsdauer wird der Umfang der möglichen Weiterbildung aufgeführt. Hier steht zum Beispiel „bis zu 5,00 Monate einschließlich eines notwendigen Betriebspraktikums„. Sie sollten Ihrem Vermittler im Vorfeld immer Start- und Enddatum der Weiterbildung mitteilen, damit die Weiterbildungsdauer korrekt aufgeführt ist.

Bildungsziel/Qualifizierungsinhalte: Hier wird eine Zahl (Ziel-DKZ) aufgeführt. Es ist eine Zahlfolge aus der Datenbank der Dokumentationskennziffern für eine einheitliche nationale Berufsklassifikation. Die ersten fünf Zahlen sind dabei maßgebend. Die Zahl 23224 steht zum Beispiel für „Berufe im Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign – hoch komplexe Tätigkeiten“ aus der technischen Mediengestaltung. Nachzulesen in der Klassifikation der Berufe 2010 der Bundesagentur für Arbeit.

Der Bildungsgutschein ist daher nicht für eine bestimmte Institution ausgestellt, sondern nur für ein Bildungsziel. Der Bildungsgutschein kann überall dort eingelöst werden, wo dieses Bildungsziel verfolgt wird. Dabei muss unbedingt sichergestellt werden, dass der Anbieter der Weiterbildung nach AZAV zertifiziert ist.

Die AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) regelt die Zulassung von Trägern und Maßnahmen. „Das Zulassungserfordernis gilt für alle Träger, die Maßnahmen der Arbeitsförderung nach
dem SGB III selbst durchführen oder durchführen lassen.“

Der Bereich Angaben zur besuchten Maßnahme ist ausschließlich vom Bildungsträger auszufüllen. Hier wird ein Stempel und die Unterschrift des Maßnahmeträgers benötigt.

Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter

Heute können viele Weiterbildungen Online von zu Hause aus absolviert werden. Hierbei ergeben sich auch zeitliche Vorteile, da der Weg zum Bildungsträger entfällt. Auch Fehlzeiten sind oftmals geringer, da ein Beiwohnen auch möglich erscheint, wenn von zu Hause aus gelernt wird. Zudem sind insbesondere Programme (Software) die gelehrt werden, auch außerhalb der Unterrichtzeiten verfügbar.

Berufliche Weiterbildung im Lebenslauf angeben

Der Besuch einer Weiterbildung wird heute insgesamt positiv bewertet. Daher sollten Sie Weiterbildungen im Lebenslauf unbedingt eintragen. Das zeigt Ihr Engagement und Ihr Wille Neues zu lernen. Dabei sollten Sie allerdings unterscheiden, ob diese Weiterbildung inhaltlich und zeitlich wertvoll genug ist, um im Lebenslauf aufgeführt zu werden. Der Besuch von einzelnen Webinaren dürfte nicht unbedingt zu den relevanten Inhalten zählen. Überlegen Sie sich, welche Weiterbildung aktuell noch eine Rolle spielt und ob sich die Nennung für die konkrete Bewerbung eignet.

Argumente oder Gründe gegen eine Weiterbildung?

Es gibt keine allgemeinen Argumente gegen eine Weiterbildung. Hier muss allerdings differenziert werden. Ohne Schulabschluss ist eine Weiterbildung nicht besonders zielführend. Hier sollte zuallererst der Schulabschluss nachgeholt werden. Auch ohne Ausbildung erscheint eine Weiterbildung nicht erfolgreich sein zu können. Eine Weiterbildung ist, wie der Name schon verrät, ein Schritt weiter im Bildungsweg.

Insbesondere in der heutigen Zeit des lebenslangen Lernens ist das Werkzeug Weiterbildung ein probates Mittel, neue Chancen am Arbeitsmarkt zu erhalten. Aber die Inhalte müssen stimmen. Bildungsausgaben sind eine Investition in die Zukunft. Berufsbezogene Weiterbildung ist ein Schlüsselfaktor, um die berufliche Handlungsfähigkeit zu sichern.  Eine Weiterbildung ist immer verbunden mit Zeitaufwand. Informieren Sie daher sich umfassend, bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden.

Kompetenzen sind die Währung des 21. Jahrhunderts. Sie verändern Leben und sind der Motor der Wirtschaft.

OECD-Generalsekretär Angel Gurría